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InfektionsKompass
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Dossier 11 · Krankheitsbild

Endokarditis

Eine Entzündung der Herzinnenhaut und der Herzklappen. Warum sie schwer zu behandeln ist und warum ein spezialisiertes Team so wichtig ist.

Stand:
2. Oktober 2026
Nächste Aktualisierung:
April 2027
Heller Klinikflur

Was ist eine Endokarditis?

Bei einer infektiösen Endokarditis siedeln sich Bakterien, seltener Pilze, an der Innenhaut des Herzens an, meist an den Herzklappen. Dort bilden sie Beläge, die die Klappe zerstören oder sich lösen und als Embolie Gefäße in Gehirn, Nieren oder Milz verschließen können.

Besonders gefährdet sind Menschen mit künstlichen Herzklappen, mit Herzschrittmacher oder Defibrillator, mit angeborenen Herzfehlern oder mit einer früheren Endokarditis. Auch intravenöser Drogengebrauch erhöht das Risiko.

Woran man sie erkennt

Die Zeichen sind oft unspezifisch: Fieber über Tage oder Wochen, Nachtschweiß, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, ein neues Herzgeräusch. Deshalb wird die Krankheit manchmal spät erkannt.

Für die Diagnose braucht es mehrere Blutkulturen, die vor Beginn einer Antibiotikabehandlung abgenommen werden, und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, oft auch über die Speiseröhre. Bei künstlichen Klappen oder Geräten kommen weitere Bildgebungen wie PET-CT hinzu.

Behandlung im Endokarditis-Team

Die Behandlung dauert in der Regel mehrere Wochen und beginnt meist im Krankenhaus. Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt, Endokarditis in Zentren mit einem eigenen Endokarditis-Team zu behandeln. Dazu gehören Kardiologie, Herzchirurgie, Infektiologie, Mikrobiologie und Bildgebung.

Bei einem Teil der Betroffenen muss die befallene Klappe operativ ersetzt oder repariert werden, etwa bei Herzschwäche, unkontrollierter Infektion oder hohem Embolierisiko. Infizierte Schrittmacher oder Defibrillatoren werden in der Regel vollständig entfernt.

Bei stabilen Verläufen kann die Behandlung nach einer ersten Phase im Krankenhaus unter bestimmten Bedingungen mit Tabletten oder ambulant fortgesetzt werden. Das entscheidet das Team.

Vorbeugung

Gute Zahn- und Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sind wichtig. Menschen mit hohem Risiko erhalten vor bestimmten zahnärztlichen Eingriffen eine vorbeugende Antibiotikagabe. Fragen Sie Ihre Kardiologin oder Ihren Kardiologen, ob das für Sie gilt, und tragen Sie einen Endokarditis-Ausweis bei sich.

Für Ihr Arztgespräch

Fragen, die Sie stellen können

  1. 01Wurden vor Beginn der Antibiotika mehrere Blutkulturen abgenommen?
  2. 02Wird mein Fall in einem Endokarditis-Team besprochen?
  3. 03Ist eine Operation an der Herzklappe nötig, und wann wird das entschieden?
  4. 04Brauche ich künftig eine Vorbeugung vor zahnärztlichen Eingriffen?
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Notfallzeichen wie hohem Fieber mit Verwirrtheit oder Atemnot rufen Sie 112.

Quellen

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