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InfektionsKompass
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Dossier 14 · Krankheitsbild

Infektionen an Kathetern, Ports und Implantaten

Schrittmacher, Port, Katheter oder Gefäßprothese: Warum Infektionen an Fremdmaterial so hartnäckig sind und warum das Material oft entfernt werden muss.

Stand:
2. Oktober 2026
Nächste Aktualisierung:
April 2027
Dreidimensionale Darstellung von Bakterien

Fremdmaterial als Angriffsfläche

Viele Menschen tragen medizinische Geräte oder Materialien im Körper: zentrale Venenkatheter, Ports für die Chemotherapie, Dialysekatheter, Herzschrittmacher und Defibrillatoren, Gefäßprothesen, Hirnwasser-Shunts oder Harnkatheter. Fachleute sprechen von Device-assoziierten Infektionen, wenn sich dort Bakterien ansiedeln.

Auf der Oberfläche bilden Bakterien einen Biofilm, eine schützende Schleimschicht. Darin sind sie für Antibiotika und Abwehrzellen schwer erreichbar. Deshalb heilen solche Infektionen mit Antibiotika allein oft nicht aus.

Anzeichen

Rötung, Schwellung, Schmerz oder Eiter an der Einstichstelle oder über dem Gerät, Fieber und Schüttelfrost, besonders während oder kurz nach der Nutzung eines Katheters. Bei Herzschrittmachern kann sich die Tasche über dem Gerät entzünden oder die Infektion bis an die Herzklappen reichen.

Behandlung

Entscheidend ist oft, ob das Material entfernt werden muss. Bei infizierten Herzschrittmachern und Defibrillatoren empfiehlt der internationale Konsens der europäischen Fachgesellschaft für Herzrhythmus, das gesamte System samt Elektroden zu entfernen. Bei Kathetern hängt die Entscheidung vom Erreger und vom Verlauf ab.

Dazu kommen Blutkulturen, gezielte Antibiotika nach Antibiogramm und, wo möglich, ein neues Gerät erst dann, wenn die Infektion beherrscht ist. Bei Gelenkprothesen gelten eigene Regeln, siehe das Dossier zu Protheseninfektionen.

Für Ihr Arztgespräch

Fragen, die Sie stellen können

  1. 01Muss das Gerät oder der Katheter entfernt werden, und wenn nein, warum nicht?
  2. 02Wurden Blutkulturen abgenommen?
  3. 03Wann kann ein neues Gerät eingesetzt werden?
  4. 04Ist die Infektion bis zum Herzen oder in andere Organe gestreut?
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Notfallzeichen wie hohem Fieber mit Verwirrtheit oder Atemnot rufen Sie 112.

Quellen

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